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Home arrow Buchbesprechung arrow Gisela S. Lange - "Flucht 76, Dresden-Hannover via Sofia"
Gisela S. Lange - "Flucht 76, Dresden-Hannover via Sofia" Drucken E-Mail

Über 20 Jahre ist es her - im November 2009 fiel die Berliner Mauer, das Ende des SED-Regimes war gekommen. Was für manchen längst der Vergangenheit angehört, ist doch Teil unserer jüngeren Geschichte, die leider allzu rasch in Vergessenheit gerät.

Wie der Titel vermuten lässt, handelt es sich bei dem vorliegenden Buch um die persönliche und überdies recht authentische Geschichte einer Flucht aus der ehemaligen DDR. Gisela S. Lange liefert zunächst eine sehr detaillierte Beschreibung der politischen Verhältnisse und der Lebensumstände in der DDR - selbstverständlich aus ihrer ureigenen Sicht - und verbindet damit auch ein Stück Aufarbeitung der persönlichen Erlebnisse im SED-Regime, unter dem die Autorin, die sich selbst als überzeugte Anhängerin des christlichen Glaubens versteht, sehr litt. Es handelt sich um eine der zahlreichen Geschichten, die zum Verständnis des Geschehenen sowie zur Aufarbeitung unserer Vergangenheit beitragen, gewährt Gisela S. Lange doch einen tiefen Einblick in die ganz normalen Alltagssorgen der Bürger im Osten unserer ehemals geteilten Republik. Zu erwähnen sei hier, dass das Leben in diesem Staat für überzeugte Glaubensanhänger mit besonderen Schwierigkeiten verbunden war und die Autorin besonderen Wert auf diese Tatsache legt. Der interessantere Teil des Werks bezieht sich indes auf die abenteuerliche Flucht des jungen Ehepaares Lange, die angesichts der erdrückenden Beschränkungen, dem Drang nach Freiheit und der Ausweglosigkeit der Situation unumgänglich schien. Die Geschichte dieser Flucht über Ungarn, Rumänien und Bulgarien mit all ihren Hindernissen, Rückschlägen, den kleinen Hoffnungsschimmern, die wieder zunichte gemacht wurden, dem Durchhaltevermögen der ?Republikflüchtlinge? entbehrt nicht einer gewissen Spannung. Auch die abschließende Akteneinsicht, die bei der Gauck-Behörde vorgenommen wurde, und die im Anhang abgedruckten Stasi-Unterlagen geben beredtes Zeugnis über die ?ungewöhnlichen? Umstände, unter denen wohl viele DDR-Bürger zu leiden hatten, und verdeutlichen überdies die Gefahren, welchen sie selbst und auch ihre Angehörigen ausgesetzt waren, wenn sie sich zur ?Republikflucht? entschlossen.

Obgleich exemplarisch ist diese Geschichte doch Ausdruck dessen, was uns heute fast unglaublich erscheint und dennoch lange Zeit erbarmungsloser Teil unserer Lebenswirklichkeit war - ein Zeitdokument der ganz besonderen Art. (Sylvia Mutter)

Gisela S. Lange

?Flucht 76, Dresden-Hannover via Sofia?

Lindemanns Bibliothek im Info Verlag Karlsruhe 2009

ISBN: 978-3-88190-548-0

? 12,80

Nr. 89/10

 

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