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Herbert Wetterauer - "Stromness" Drucken E-Mail

Die schottische Kleinstadt Stromness auf den Orkney-Islands, die ?graue Stadt am Meer?, bildet den Hintergrund für Herbert Wetterauers Roman - eine insgesamt eher düstere Geschichte, die sich um einen erfolgslosen Schriftsteller namens Marc, die Abiturientin Nicole und den ortsansässigen Fischer Abraham Gallagher rankt. Alle drei auf der Suche nach sich selbst, nach dem Sinn des Lebens und stets auf der Flucht vor ihrer Vergangenheit, führt das Schicksal auf geheimnisvolle Weise zusammen. Der Fund einer Mädchenleiche ruft unangenehme Erinnerungen wach. Als Inspektor O?Brien mit den Ermittlungen betraut wird, muss er sich eingestehen, dass auch ihn die Abgründe seines trostlosen Lebens einholen.

Ruhig und sachlich entwirft Herbert Wetterauer seine düstere Szenerie, konkret und nachvollziehbar, ganz im Sinne des klassischen Erzählers. Zielgerichtet führt er die Handlungsstränge zusammen, um seine Geschichte zum Höhepunkt zu bringen. Glaubwürdig, wenn auch recht unprätentiös legt er seine Charaktere an. Fast schon erdrückend jedoch scheint die schiere Ausweglosigkeit, das Schicksal, dem jeder einzelne von ihnen erlegen ist, dem er scheinbar nicht entfliehen kann. Tief taucht er in die Abgründe ihrer seelischen Verstrickungen ein. Beklemmend, schonungslos offen und auch ein Stück weit erbarmungslos stellt er die Charaktere mit all ihren Schwächen dar, ihre gegenseitige Beziehung, die in jedem Fall verheerend endet - eine abgründige Reflexion menschlicher Begegnungen, eine Gratwanderung zwischen enttäuschter Erwartung und aussichtsloser Hoffnung, zwischen Selbstbetrug und selbstsüchtiger Liebe, die im Hass endet. Gewalt scheint das letzte Mittel zu sein, um Nähe zu finden. Unverblümt offen skizziert Herbert Wetterauer ein Stück Realität - überzeugend und glaubwürdig durch die bloße Destruktivität seiner Darsteller. Selbst die Landschaft der Orkney-Inseln, die in Schulbüchern stets so reizvoll dargestellt wird, erscheint dabei als Schauplatz morbider Empfindungen.

Dunkle Kapitel mit dunklen Gedanken, die in einer insgesamt sehr düsteren Geschichte gipfeln, deren Stimmungsbild die Perspektivlosigkeit ist. Ein Roman, der die Resignation widerspiegelt, die jeder der Protagonisten in sich trägt und schonungslos zur Schau stellt. Menschliche Begegnung verliert sich im Streben nach Macht - extremer Ausdruck einer Sehnsucht nach Erfüllung, die zum Scheitern verurteilt ist. (Sylvia Mutter)

?Stromness?

Herbert Wetterauer

Schardt Verlag Oldenburg 2009

ISBN: 978-3-89841-487-6

? 12,80

Nr. 89/10

 

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