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Interview mit Johannes Scherer Drucken E-Mail

Geschäftsführer beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Baden-Württemberg e.V., ?Vater? der Karlsruher Bücherschau

raumK: Herr Scherer, Sie sind seit 1983 Geschäftsführer beim Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Landesverband Baden-Württemberg e.V. Was fasziniert Sie so an der Arbeit, dass Sie bis heute in diesem Bereich tätig sind?

J. Scherer: Meine Aufgaben zeichnen sich durch eine große Vielfalt aus: ich berate die Mitglieder unseres Verbandes, gleich ob Buchhandlungen oder Verlage, und es ist schon ein schönes Gefühl, wenn man helfen kann. Gleichzeitig pflegt unser Verband auch Kontakt zu Behörden, Ministerien und den Landtagsabgeordneten. Auch hier gibt es interessante Gesprächspartner und Gespräche. Und nicht zuletzt haben wir in den dreißig Jahren, die ich jetzt Geschäftsführer in Baden-Württemberg bin, nicht nur die Karlsruher Bücherschau (die im Übrigen ?mein Kind? ist) und die Stuttgarter Buchwochen durchgeführt, auch zahlreiche Ausstellungen im In- und Ausland bzw. Messebeteiligungen zählten zu meinem Aufgabengebiet und da ich gerne reise, war es mir möglich, viele interessante Städte und Länder kennen zu lernen. Kurz gesagt: das Aufgabenspektrum ist so breit gefächert, dass keine Langeweile aufkommt. Und ich hatte auch die Möglichkeit, meine Ideen umzusetzen. So habe ich die Stuttgarter Kinder- und Jugendbuchwochen erfolgreich etabliert, der Deutsche Fotobuchpreis ist heute der einzige (und angesehenste) Preis seiner Art und die Wanderausstellung, die damit einher geht, zieht immer zahlreiche Besucher an.

raumK: Die Karlsruher Bücherschau ist ein langjähriges Projekt. Unter Ihrer Führung entstand 1986 die erste Bücherschau. Wie bewerten Sie das Konzept nach all den Jahren? Haben Sie ein bevorzugtes Thema, dass schon einmal Schwerpunktthema einer Bücherschau war?

J. Scherer: Am tollsten fand ich die Bücherschau, bei der Frankreich das Gastland war und wir als Schwerpunkt ?Essen und Trinken? hatten. Das passte einfach zusammen und auch die Veranstaltungen, die wir zu diesem Thema hatten, waren nicht nur ausverkauft, die Resonanz darauf war hervorragend. Das kam natürlich meinen Neigungen (man bezeichnet mich als ?Weinzahn?) entgegen und daraus sind viele schöne Veranstaltungen wie z.B. Vergleichsweinproben zwischen baden-württembergischen Weinen und denen des Gastlandes, literarische Weinproben und auch die ?Flüssigen Kriminächte? entstanden (von den Bierproben mit Dr. Hoepfner ganz zu schweigen).Das Konzept der Bücherschau (wie auch der Stuttgarter Buchwochen) überarbeiten wir regelmäßig. So haben wir festgestellt, dass der Trend mehr zu ?Erlebnis-Veranstaltungen? geht und wollen dem schon in der diesjährigen Bücherschau Rechnung tragen. Was aber immer sein wird: die Bücherschau ist auch eine Leistungsschau nicht nur der baden-württembergischen Verlage und auch ein ?Marktplatz? für Anregungen ? sei es für die eigene Lektüre wie auch für Geschenke.

raumK: Leider musste die letzte Bücherschau 2011, mit dem Schwerpunktthema ?Buch und Kunst?, einen Rückgang der Besucherzahlen verzeichnen. Denken Sie, dass auch neue Technologien ein Grund dafür sein könnten? Wie bewerten sie die Situation für die folgenden Karlsruher Bücherschauen?

J. Scherer: Zum einen führe ich den letztjährigen Besucherrückgang auf den erstmals erhobenen Eintritt zurück. Nur, wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir die Verlage mit Standgebühren nicht noch weiter belasten können, andererseits die Kosten aber steigen ? und das müssen wir irgendwie ausgleichen. Dann war aber auch das Wetter (und das soll keine billige Ausrede sein) alles andere als ausstellungsfreundlich ? es war einfach zu schön und zu warm. Mir hätte leichter Nieselregen bei einer Temperatur von 4 ?C viel besser gefallen ? warm genug, um noch vor die Türe zu gehen, aber auch unfreundlich genug, dass man gerne wieder eine Ausstellung wie die Bücherschau aufsucht. Und, last but not least, haben wir den Trend zu mehr Erlebnis festgestellt und entsprechend schon für die diesjährige Bücherschau reagiert.

raumK: Sie gehen dieses Jahr in den Ruhestand. Gibt es schon einen Nachfolger?

J. Scherer: Durch interne Probleme hat sich die Suche ein wenig schwierig gestaltet, jedoch sind wir jetzt auf einem guten Weg: wir haben im Sommer meine Nachfolge erneut ausgeschrieben und zahlreiche (auch qualitativ gute) Bewerbungen erhalten. Aus diesen haben wir acht Kandidaten/innen ausgewählt und auch schon Gespräche geführt. Jetzt sind wir gerade in der ?Finalrunde?, in der wir uns die drei interessantesten Bewerber(innen) noch ein zweites Mal ansehen. Wenn dies Ausgabe von raumK erscheint, steht mein(e) Nachfolger(in) bereits fest. Und es ist Wunsch meines Vorstandes, dass ich ihn/sie noch ordentlich einarbeite, so dass auch hier die Kontinuität in der Verbandsarbeit gewährt bleibt.

raumK: Herr Scherer, wir danken Ihnen für das Interview und wünschen Ihnen alles Gute. (S. Sc./tm)

FOTO: Scherer

Nr. 117/2012

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