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Home arrow Rund um die Literatur arrow Pierre M. Krause. ?Hier kann man gut sitzen - Geschichten aus dem Schwarzwald?
Pierre M. Krause. ?Hier kann man gut sitzen - Geschichten aus dem Schwarzwald? Drucken E-Mail

Pierre M. Krause hat das Stadtleben satt. Er entschließt sich, von Baden-Baden aufs Land zu ziehen, mitten hinein in die Dorfidylle, mit ruhigen, freundlichen Nachbarn, sauberer Luft, günstigen Mieten, also dorthin, wo die Welt noch in Ordnung ist - davon geht Krause zumindest aus. Ob jedoch das Leben auf dem Dorf den hehren Ansprüchen des Neig?schmeckten genügt, sei zunächst dahingestellt. Eines steht jedenfalls fest, die Mieten sind wirklich ganz preiswert. Das Schwarzwalddorf mit seinen 2000 Einwohnern, das Krause als Wahlheimat auserkoren hat, hat allerdings so seine Tücken. Man lebt nicht ?im?, sondern ?auf dem Dorf?, wenn man nicht von hier ist und nicht den Familiennamen Huber, Fuchs oder Kraft trägt - das vereinfacht die Sache nicht unbedingt, schon gar nicht, wenn man als Fernsehmoderator unterwegs ist.
Allerhand Begegnungen der dritten Art hat Krause da, vor allem mit Frauen jeglichen Alters, sei es mit dem Fuchs seiner Sandra oder der Kraft Tamara, die beide als kleine Luder bekannt sind. Bei Bedarf mutiert die schwerhörige Oma Huber von Gegenüber schon mal zum Abhörspitzel, die jedem CIA-Agenten Konkurrenz macht; und auch ?Tupper-Gitte? und ?Rocker-Herta? haben es faustdick hinter den Ohren. Erschwerend kommt hinzu, dass dem Städter die gewöhnungsbedürftigen Umgangsformen auf dem Lande gänzlich fremd sind. So nimmt es nicht Wunder, dass selbst harmlose Geburtstagsfeiern im Desaster enden, wenn der Neue im Dorf zu Gast ist. Wie gut nur, dass jeder zu wissen glaubt, dass es nicht er, sondern Jörg Pilawa war, der dem jungen Huber in die Buchsbaumhecke gekotzt hat - dabei war es doch Kirschlorbeer! Auch mit Schoßhunden legt sich Krause an, selbstredend mit dem Briefträger, mit irren Rentnerinnen und mit seltsam anmutenden Gestalten in skurrilen fahrbaren Untersätzen, ?so einem Slow-Motion-Vettel? in Gestalt eines unsichtbaren Hutzelmännchens in metallicgrünem Jetta. Und mit der ländlichen Idylle ist das schließlich auch so eine Sache, wenn überall ?getreckert? und ?gekärchert? wird?
Auf ungeheuer witzige und doch sehr liebevolle Weise nimmt Pierre M. Krause seine Dorfnachbarn aufs Korn. Dass manche seiner Protagonisten eine gewisse Ähnlichkeit mit den eigenen ?lieben Nachbarn? aufweisen, ist natürlich reiner Zufall - ein Schelm, wer Böses dabei denkt! Nur wer selbst auf dem Land lebt, kann nachvollziehen, wie zutreffend die Klischees doch sind, die Krause da bedient. Eine sehr amüsante, kurzweilige und nicht ganz ernst zu nehmende Lektüre mit Schmunzelgarantie. (Sylvia Mutter)

Pierre M. Krause
?Hier kann man gut sitzen - Geschichten aus dem Schwarzwald?
Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek 2012
ISBN: 978-3-499-62797-2
? 8,99

Nr. 120/2013

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