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Inna Cherechevskaia, Malerin, und ihre Malschule Drucken E-Mail

Die Malerei ist ihre Bühne

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Inna Cherechevskaia, 1948 in St. Petersburg geboren, entdeckte schon im Kindesalter ihre künstlerische Ader. Bereits als Zehnjährige nahm sie in einer Abendschule an Malkursen für Erwachsene teil. Ab 15 besuchte sie ein Kunstgymnasium; ihm folgte dann ein einschlägiges Studium an der Muchina-Kunstakademie.
Danach arbeitete sie in der staatlichen Filmindustrie, wo sie für historische Filme aufwändige Kostüme und Bühnenbilder entwarf. Parallel zu ihrer Arbeit entstanden während dieser Zeit auf privater Ebene die ersten Werke in Ölfarbe, Aquarell und Batik.
Die politischen Umwälzungen, zu denen es seit Gorbatschow in der Sowjetunion kam, führten auch dazu, dass die staatlichen Gelder knapp wurden und für Kunst und Kultur weniger Fördermittel zur Verfügung standen. Dieser Umstand sowie private Gründe führten dazu, dass Inna Cherechevskaia 1997 nach Deutschland übersiedelte und in Baden-Baden eine neue Heimat fand. Gleichsam aus dem Nichts kommend fühlte sie sich hier "zunächst wie auf einer Bühne, in einem schönen Theaterstück, aber ohne Rolle". Mittlerweile hat sie menschlich und künstlerisch Fuß gefasst und arbeitet nun im Karlsruher Künstleratelier.
In Inna Cherechevskaias Schaffen verbinden sich Naturtalent und eine hoher Qualitätsanspruch an sich selbst, eine gründliche fachliche Ausbildung und eigene Studien historischer Vorlagen sowie nicht zuletzt ein durch die orthodoxe Religion geprägtes Veständnis vom Leben und der Natur.
Diese Liebe zur Natur zeigt sich vor allem in ihren Landschaftsbildern, mit denen sie - eine russische Seele durch und duch - russische Impressionen wiedergibt. Daneben zeugen Tierporträts, farbenfrohe Blumenarrangements auf Seide, aber auch abstrakte Malerei ebenso von der Vielseitigkeit dieser Künstlerin wie die verwendeten Techniken. Nachdem sie seit 1975 in der Sowjetunion, Polen, Deutschland und Frankreich ausstellt, zieren ihre Bilder mittlerweile Sammlungen in verschiedenen europäischen Ländern, den Vereinigten Staaten und Japan.
Ihr eigener Erfolg, die Freude am Umgang mit Menschen sowie der Wunsch, ihr Wissen weiterzugeben, brachten sie vor einigen Jahren dazu, in Rheinstetten eine Malschule zu eröffnen. 
Ihre Vorgehensweise ist dabei ungewöhnlich: Sie leitet ihre Schüler nicht an, sondern begleitet sie vielmehr. Mit jedem Anwärter führt sie anfangs ein Gespräch, um seine Persönlichkeit, seine Vorlieben und Fähigkeiten einschätzen zu können, und stimmt das Programm auf seine individuellen Bedürfnisse ab. Der Unterricht erfolgt dann in einfachen und präzisen Schritten, wobei sie es versteht, sich in ihre Zöglinge hineinzuversetzen und ihnen zu helfen, ihren Ideen professionell Ausdruck zu verleihen.
Sie gibt keine Themen, Stilrichtungen, Motive oder Techniken vor; vielmehr lässt ihren Schülern einen möglichst großen Spielraum, damit sich deren Kreativität und individuelle Stärken entfalten können und sie zu einem eigenen Stil finden. Den schöpferischen Arbeitsprozess unterstützt sie durch methodische Vorgehensweisen und mit praktischen Ratschlägen - sei es nun thematisch (Landschaft, Stillleben, Akt), kompositorisch (Sujetanordnungen in realistischer oder abstrakter Darstellung) oder technisch (Aquarell, Pastell, Acryl, Öl). Hilfestellung bieten hierbei auch die zahlreichen Bände, die im Regal bereitstehen und über Malerei allgemein, über bestimmte Techniken, einzelne Stile, Epochen oder Maler informieren.
Frauen und Männer aller Berufs- und Altersschichten, von acht bis achtzig Jahren, besuchen die Malschule. Die Atmosphäre ist familiär - es gibt Tee, im Hintergrund läuft Musik und es wird viel erzählt. Gemeinsame Ausflüge, um beispielsweise vor dem Schloss Favorite zu malen, stehen ebenso auf dem Programm wie etwa Geburtstagsfeiern.
Diese gelöste Stimmung ist Inna Cherechevskaia sehr wichtig. Deswegen achtet sie darauf, die Gruppen so einzuteilen, dass die einzelnen Charaktere zueinander passen, und beweist hierbei ein ebenso großes menschliches Einfühlungsvermögen wie bei der Betreuung der Malschüler. Der Erfolg gibt ihr Recht: Manche ihrer Schüler stellen bereits aus, machen gar ihr Hobby zum Beruf und geben wiederum selbst Unterricht.
Die nächste Ausstellung mit Werken von Inna Cherechevskaia und ihren Malschülern soll im Oktober stattfinden, voraussichtlich im Glashaus der Landesanstalt für Pflanzenbau in Forchheim.




Autor: Michael Wirth
Foto: Inna Cherechevskaia

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