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Michael Nagenborg und Oliver Langewitz, Bohemia Filmkunst Drucken E-Mail

Interview mit den Filmemachern Michael Nagenborg und Oliver Langewitz

bohemia.jpg Das Motto der BohemiaFilmkunst "Wir können alles. Außer Hollywood." wendet sich an all jene, die sich auch für Filmproduktionen begeistern können, die fernab von der kostenintensiven Filmindustrie entstanden sind und durch die Unabhängigkeit, Kreativität und den Enthusiasmus der Filmemacher überzeugen. Ariane Lindemann hat sich für raumK mit den Machern der BohemiaFilmkunst, Michael Nagenborg und Oliver Langwitz, unterhalten.







raumK: Ihr beide habt vor zwei Jahren die Bohemia Filmkunst gegründet, ein Label, das es sich zur Aufgabe gemacht hat, anspruchsvolle und individuelle, aber preiswerte Filmproduktionen hervorzubringen. Wie kam es dazu? Was macht die BohemiaFilmkunst?
O. L.: Die Idee zur BohemiaFilmkunst kam dadurch zustande, dass Michael Nagenborg und ich bereits seit einigen Jahren bei Filmproduktionen zusammenarbeiteten und das Karlsruher Filmfestival "Independent Days" organisierten. Während des Festivals wurden wir auch immer wieder von Zuschauern gefragt, ob es die Filme auf Video gibt. Das mussten wir leider meistens verneinen. Als dann die DVD als Medium auf den Markt kam, wollten wir es einmal probieren und Kurzfilme des Festivals herausbringen. Wir haben damals die Bohemia aber nicht nur gegründet, um Filme anderer Filmemacher zu veröffentlichen, sondern auch um die Infrastruktur für eigene Produktionen zu schaffen. Mittlerweile ist die Infrastruktur sehr gut herausgebildet und wir arbeiten derzeit auch an zwei eigenen Produktionen, die eine ist eine Dokumentation, die andere ein Spielfilmprojekt im Fantasy-Bereich.

raumK: Ihr nennt euch "BohemiaFilmkunst". Die Boh?me bezeichnet ja eine unkonventionelle, oft "wilde" Lebensform in Künstlerkreisen. Bürgerliche Söhne verweigerten sich oft den Normen und Gepflogenheiten ihres Elternhauses und ihrer Klasse. Tragt ihr auch Wesenszüge von Oscar Wilde oder Lord Byron in euch oder woher kommt dieser doch recht provokante Name?
bohemia_cover.jpg M. N.: In den 90er Jahren war ich auf der Suche nach einem Namen, der zu einer Zeit passte, in der das aktuelle Projekt wichtiger war als die eigene Karriere. In der "Boh?me" fand ich einen Vorläufer zu den Gestalten der Post Punk/Gen X-Ära, in der ich meine ersten Filme drehte.

raumK: Wie schwer ist es, solche Filme am Markt zu etablieren? Wo muss man auftreten, um wahrgenommen zu werden?
M. N.: Im Grunde ist es nicht schwerer, diese Filme am Markt zu platzieren, als jedes andere Produkt. Allerdings herrscht nun wahrlich kein Mangel an Angeboten. Und der Ausdruck "Markt" suggeriert ein fast schon zu harmloses Bild von der Vielzahl von Verwertungsmöglichkeiten, die sich für die Ware Film anbieten, aber auch erschlossen und gepflegt werden wollen. Dazu kommt, dass der Markt wächst, weil neue Auswertungsformen hinzukommen, wie zum Beispiel Angebote für Handys, Handhelds oder das digitale Fernsehen mit seinen regionalen Angeboten. Interessant dabei ist, dass wir ursprünglich gedacht hatten, dass wir unsere Filme hauptsächlich im Internet anbieten würden - tatsächlich verkaufen wir die meisten Kopien aber über den regulären Handel und die großen etablierten Anbieter. Die Lehre daraus ist, dass Low Budget-Filme dort sein müssen, wo interessierte Kunden nach neuen Inhalten suchen.

raumK: Woher kommen die Schauspieler solcher Low-Budget-Produktionen? Ich habe gelesen, dass zum Beispiel auch Schauspieler wie Ben Becker hin und wieder mal bei Low-Budget-Produktionen mitspielen. Oder sind eure Leinwandhelden überwiegend Laien?
O. L.: Es ist tatsächlich so, dass auch viele Stars und Sternchen in Low- oder sogar No-Budget-Produktionen mitspielen. Das liegt daran, dass sich Schauspieler in solchen Filmen freier entfalten können, auch sind die Stoffe oftmals interessanter und experimenteller als konventionelle Film- und Fernsehproduktionen. In No-Budget-Produktionen spielen natürlich auch häufig Laien mit, die nicht direkt eine Karriere anstreben, sondern sich kreativ entfalten wollen. Was dabei aber herauskommt, kann man vorher nie genau wissen, aber wir stellen immer wieder fest, welch großes kreatives Potenzial in dem einen oder anderen vermeintlichen Amateur schlummert.

raumK: Wo kann man eure Filme kaufen?
M. N.: Unsere DVDs kann man entweder bei uns oder im wohlsortierten Fachhandel erstehen. Es mag überraschen, dass wir auch im Elektrofachhandel zu finden sind - aber so lange die großen Märkte auch die Musik von den Sex Pistols oder den Ramons verkaufen, ist das für mich okay.

Das Interview führte Ariane Lindemann
Das ungekürzte Interview mit BohemiaFilmkunst wurde im Kulturkanal 2010TV ausgestrahlt
Foto 1: Bohemia Filmkunst

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