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Stephan Balkenhohl, Bildhauer Drucken E-Mail

Mut zur realistischen Figur 

Skulpturen, die Menschen und Tiere zum Thema haben; großformatige Reliefs, die Gebäude zeigen und sogar Wandfriese: Der Bildhauer Stephan Balkenhol, er traut sich etwas! Belebt er doch just jene Ausdrucksformen der Bildhauerei wieder, die wir gut zu kennen glauben.
Bei der Abbildung von Mensch und Tier sind wir geprägt von den antiken Figuren oder den Statuen aus glattpolierten Marmor des Klassizismus. Denken wir an Holzskulpturen, so haben wir die sakralen Figuren des Mittelalters, die Skulpturen des Expressionismus oder die Arbeiten der sogenannten Stammeskunst vor Augen. Noch verengter sind wohl unsere Vorstellungen, wenn wir an Flachreliefs und Wandfriese denken. 
Die Arbeiten Stephan Balkenhols haben mit unseren Vorstellungen jedoch nichts zu tun.  Ganz im Gegenteil - er präsentiert Figur, Relief und Fries in für uns neuer und damit ungewohnter Form.
Seit über 25 Jahren beschäftigt sich Balkenhol, der seit 1992 Professor an der Akademie für Bildende Künste in Karlsruhe ist, mit realistischen Figuren aus Holz. Doch erwarten wir nun die glatt geschliffene Oberfläche einer Holzfigur, müssen wir feststellen, dass wir noch deutlich die Spuren der Bearbeitung sehen. Auch sind seine Figuren nicht identifizierbar. Sie sind keine wirklichen Subjekte.
Balkenhol bildet nicht einen bestimmten Menschen ab. Er überhöht und idealisiert  ihn nicht, wie es in der Antike oder insbesondere im Klassizismus üblich war. Vielmehr sehen wir einen durchschnittlichen Mann und eine durchschnittliche Frau. Sie sind nicht besonders groß, nicht besonders klein, nicht dick, nicht dünn - nichts markantes zeichnet sie aus; nichts an ihnen lässt etwas einzigartiges erahnen. Diese Durchschnittsmenschen stellt der Bildhauer auf einen Sockel, besser gesagt, er lässt ihnen ihren Sockel, denn Balkenhol arbeitet seine Figuren aus einem Stück. Der Sockel jedoch ist traditionell berühmten Persönlichkeiten vorbehalten. Eben nicht dem Durchschnittsbürger mit weißem Hemd und schwarzer Hose. Dieser Gegensatz und die fehlende Individualisierbarkeit der Figuren führen zunächst zu einer gewissen Verwirrung. Doch diese Verwirrung lässt uns unsere Erwartungen an eine realistische Figur vergessen und wir beginnen die Figuren neu wahrzunehmen.
Wir betrachtet die Figuren, suchen nach etwas bekanntem, versuchen Haltung und Gesten zu deuten und fragen uns schließlich: Was lässt die Figur zu einem Menschen und den Menschen zu einem Individuum werden?  

Die Ausstellung dauert noch bis zum 17.September 2006. 
Zur Ausstellung ist ein Katalog zum Preis von Euro 38,-- erschienen, der zum ersten Mal das umfangreiche  Werk dieses Künstlers dokumentiert. 

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag 11.00 - 18.00 Uhr, Mittwoch 11.00 - 20.00 Uhr

Eintritt: Euro 5,-- , erm. Euro 4,--

Ab dem 18. Oktober wird eine Arbeit von Stephan Balkenhol vor dem neuen ARTE-Gebäude in Strassburg zu sehen sein. Seine Plastik der GIRAFFENMANN gewann den, von der Stadt Strassburg und ARTE, ausgeschriebenen Wettbewerb.

Autor: Roswitha Zytowski 

Fotos: Markus Gernsbeck
Foto1: Tanzende Paare, 1996/1999, Höhe: ca. 165 cm, Wawaholz, farbig gefasst, Museum für Moderne Kunst, Ffm./Privatbesitz
Foto2: Gedrehter Mann, 2003, 58 x 40 x 20cm, Bronze patiniert, Beweer Art Gallery, Otegem, Belgien
Foto3: Frau mit Krinoline, 2002, 160 x 29 x 20cm, Wawaholz, farbig gefasst, Privatsammlung Möncengladbach
Foto4: Sich paarende Löwen, 2004, Höhe: ca. 155 cm, Wawaholz, farbig gefasst, Sammlung Dr. H. + E.
Foto5: Grindel-Hochäuser, Hamburg, 2004, Releif, 200x300x4,5 cm, Wawaholz, farbig gefasst, Privatsammlung Deutschland
Foto6: Hexagon und Fries (Detail), 1988, Hexagon (6-teilig), 200 bis 235 x 62 x 45 cm, Rotbuche, farbig gefasst, Fries (20-teilig), 177 bis 212 x 70 x 4 cm, Pappelholz, farbig gefasst, Leihgabe Sammlung Ströher, MKM Museum Küppersmühle für Moderne Kunst, Dusiburg
Foto7: Mann mit Fliegenpilz, 1991, Höhe: 157 cm, Durchmesser: ca. 50 cm, Kiefernholz, farbig gefasst, Privatsammlung Hamburg
Foto8: Großes Paar (2-teilig), 1988, je 250 x 112 x 70 cm, Rotbuche, farbig gefasst, Museum für Moderne Kunst, Ffm. 

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