Kulturpate e.V. raumK


Home
E-Paper
Presse
Aktionen/Themen
Rund um die Kunst
Rund um die Musik
Rund ums Theater
Rund um die Literatur
Rund um den Film
Ausstellungen
Kleinkunst
CD-Besprechung
Buchbesprechung
Filmbesprechungen
Internetrezensionen
Interviews
Portr?ts
Art Edition
Poesie
Gastro Tipps
Messen
Art & Business
Wellness & Gesundheit
Web Links
?ber uns
Mitarbeiter
Referenzen
Partner
Mediadaten
Jobs
Praktika
raumK-Treff
Abonnement
UNDING des Monats
Newsletter abonnieren!
Name

E-Mail Adresse
Abonnieren
Abbestellen

Home arrow Portr?ts arrow Holger Mandel, Filmemacher
Holger Mandel, Filmemacher Drucken E-Mail

Grüße aus dem Jenseits

mandel.jpg

Noch zu DDR-Zeiten begann Holger Mandel (Jahrgang 1966) seine künstlerischen Ideen - vor allem filmisch - zu verwirklichen. Dabei bearbeitet er mit Vorliebe literarische Vorlagen, vor allem romantische Novellen, die die Mystik der Zwischenwelten und das Leben nach Tod thematisieren.

Nach der Wende gründete er die mandel filmproduktion in Berlin. Die Novellen des polnischen Schriftstellers Stefan Grabinski (1887-1936), einem Vertreter des Fantastischen, der sich vornehmlich mit den Themen Erotik, Feuer und der Mystik der Eisenbahn beschäftigte, inspirierten ihn zu zwei Kurzfilmprojekten.

mandel2.jpg Die Verfilmung der fantastischen Novelle Szamotas Geliebte hat einen jetztzeitlichen Rahmen: Ein junger Mann findet Blätter aus dem Tagebuch eines Herrn Szamota, darauf folgen die Überblendungen zu Szamotas Begegnungen mit der Geliebten. Durch die Verwendung unterschiedlicher Filmmaterialien (35 mm und 8 mm) werden diese beiden Erzählebenen erkennbar. Wer die geliebte Frau ist - Tote, Geist, Wunschfrau? -, bleibt unbeantwortet. Holger Mandel, Produzent, Drehbuchautor und Regisseur in einem, spielt auch die Doppelrolle junger Mann/Szamota. Seine Mimik verleiht der inneren Bewegtheit beider Männer Ausdruck. Mandel sagt dazu: "Ich verstehe Film so, dass ich mit der Mimik, mit Bildern, erzähle. Ich komme nicht vom Theater, ich erzähle nicht mit Worten."

Hauptdarsteller im zweiten Kurzfilm seines Freundes Mandel ist der Karlsruher Filmschaffende Matias Bleckman, Initiator und kenntnisreicher Moderator des von der Literarischen Gesellschaft Karlsruhe präsentierten Veranstaltung "Polen in Literatur und Film - Ein Abend mit Kurzgeschichten und Filmen von Stefan Grabinski". Verfilmt wurde Grabinskis fantastische Eisenbahngeschichte Ultima Thule - die letzte Station. Der Film transportiert das scheinbar Normale ins Mystische und hebt die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und dem Reich der Toten auf. Traumhaft, fast verwunschen wirkt die Bergwelt, in die eingebettet die (letzte) Bahnstation Ultima Thule liegt. Leise und anrührend wird die Geschichte zweier Freunde dargestellt, und auch hier bleibt das Ende offen: ‚Die Toten leben weiter - vielleicht - wenn Du es sagst ...‘.

mandel3.jpg Mandel hat erkannt, dass er bei der Umsetzung seiner Filmideen immer an einen kritischen Punkt stößt - er braucht andere Menschen, die nach seinen Vorstellungen mitspielen. Zudem meint der Berliner, dass Improvisation nichts beim Filmemachen zu suchen hat: "Man muss penibel vorbereitet sein, um professionell arbeiten und um sein Ziel erreichen zu können."

Konsequenterweise wird das nächste Filmprojekt Mandels ein Kinofilm sein. Das sich in Arbeit befindliche Drehbuch beschäftigt sich mit dem Genre Wachtraum, in dem Tote und Lebende als Liebende in einer gemeinsamen Welt existieren. Man darf gespannt sein: Bereits die Kurzfilme hinterließen den Eindruck, Spielfilme gesehen zu haben, so reich und kompakt sind sie filmisch angelegt. Das ist eine Stärke des Berliner Filmemachers Holger Mandel.




Autor: Ulrike-Ebba Gräfin von Sparr
Foto: Mandel Filmproduktion, Berlin

< zurück   weiter >

einfach.alles.finden

Kunstraum Neureut

RAUMK - KULTURZEITUNG FÜR KARLSRUHE und REGION
Monatlich & Kostenfrei