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Farbe als Ausgangs- und Endpunkt
"Ich male" - so unkompliziert und ohne jede Art von Künstlerallüren, gibt sich die Malerin und Grafikdesignerin Stephanie Bollian. Die Begrifflichkeiten sind für Bollian zweitrangig, sie malt, weil sie Farben liebt, in ihnen ihre Emotionen ausdrücken und diese kreativ umsetzen kann. Die gelernte Grafikdesignerin wurde 1978 in Rastatt geboren, wuchs dort auf und, trotz zahlreicher Reisen und Entdeckungstouren in fremde Länder und Kulturen, wie beispielsweise nach Afrika, Kanada, Schottland, Australien und die USA, ist sie ihrer Heimat doch treu geblieben und lebt heute wieder in Rastatt-Förch - "mit einem Bein im Schloss", wie sie verschmitzt lächelnd erwähnt. Die Atmosphäre des einzigen, in Deutschland erhaltenen "Porzellanschlosses" hat eine besondere Anziehungskraft auf die Künstlerin, umso freudiger strahlen ihre Augen, wenn sie von ihrem Wohn-Atelier direkt neben dem Schloss "Favorite" berichtet. Trotz dieser Faszinationen für ferne Länder und ihre unmittelbare Umgebung, "beeinflussen mich diese Eindrücke künstlerisch nur kurzfristig, dann kehre ich zu meiner Thematik zurück". Ihre Thematik, das ist der Mensch. Neben der Aktmalerei, sind die meist großformatigen Bilder Bollians von figurativen Elementen in Bewegung geprägt.  Den Zugang zu einem Bild findet Stephanie Bollian jedoch weder durch äußere Gegebenheiten, noch durch Worte oder Formen. Sicherlich gibt es Eindrücke und Emotionen, die die Malerin inspirieren, aber im Zentrum steht immer die Farbe, deren Konsistenz, Glanz und Schattierung. Bereits von Kindesbeinen an verband sie Worte, Gesichter und Zahlen mit Farbigkeiten, denn "Farben sind Emotionen". "Häufig erinnerte ich mich nicht an den Namen von Personen, jedoch an die Farbigkeit, die ich mit ihnen augenblicklich verknüpfte." Diese Intuition hat sich Bollian bis heute erhalten und so sind ihre Acrylbilder vornehmlich mit warmen, enthusiastisch satten Farben gearbeitet. Mit verschiedenen Techniken, die teilweise aus dem Zufall heraus entstehen, - "da passiert es schon einmal, dass ich Früchtetee über mein Bild kippe und das gibt einen wunderbaren Effekt" - bekommen Bollians Bilder einen experimentellen Reiz, der die Sinnlichkeit der Form potenziert. In manchen ihrer Bleistift-, Tusche-, Aquarell- und Acrylbilder finden sich zusätzlich Worte, Bruchstücke aus Gedichten, Aphorismen und "schlauen Sprüchen", die den Betrachter genauer hinsehen lassen und dennoch verbleiben die Buchstaben im Hintergrund, denn die Farbe ist das zentrale Element. Infos unter www.stephanie-bollian.de Autor: dr
Fotos: Stephanie Bollian Foto1: Die Malerin Stephanie Bollian in ihrem Atelier in Rastatt-Förch Foto2: "akt" - Acryl auf Leinwand, ca. 100 x 120 cm
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